Spätestens seit dem Erscheinen des Films „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“, in dem Harrison Ford und Sean Connery den Heiligen Gral suchen, ist Petra in Jordanien die vermutlich berühmteste archäologische Sehenswürdigkeit des Nahen Ostens. Die Hauptstadt des einstigen nabatäischen Königreiches geht ca. auf das Jahr 300 v. Chr. zurück. Die Felsenstadt Petra bezeichnet jedoch nicht nur das weltberühmte Schatzhaus, sondern ist ein weitläufiges Gebiet, in dem es noch viel mehr Baudenkmäler zu erkunden gibt. Petra ist seit 1985 UNESCO Weltkulturerbe.

Wiederentdeckung und Ausgrabung von Petra

Petra geriet mit dem Niedergang der Nabatäer schnell in Vergessenheit und wurde erst 1812 vom Schweizer Johann Ludwig Burckhardt wiederentdeckt, der basierend auf Erzählungen von Einheimischen gezielt zur Stadt fand. Unter großer Gefahr fertigte der Schweizer kurze Aufzeichnungen über Petra an. Der Grund ist, dass es sich bei den Bauwerken in Petra bei streng gläubigen Muslimen um „Bauwerke der Ungläubigen“ handelte. Nur unter dem Vorwand, an einem nahegelegenen Grab eine Ziege zu opfern, konnte er seinen Begleiter überhaupt überzeugen, diesen ungewöhnlichen Weg zu gehen. Burckhardt hätte sich also in große Gefahr begeben, falls er Petra näher begutachtet hätte oder Skizzen angefertigt hätte. Ausführlich archöologisch begutachtet wurde die Felsenstadt deshalb erst ab 1920. Von da an begann auch langsam der Tourismus.

Die Schlucht Al Siq – Zugang zu Petra

Eine enge Schlucht namens „Al Siq“ führt über 1,5 km Länge zur einstigen Stadt. Seit über 2.000 Jahren bildet sie den Eingang zu Petra. Die maximal 10 Meter breite und über 70 Meter hohe Schlucht mit ihren schroffen, teils tiefroten Felsen und unterschiedlichen Lichteinfällen weiß auf Anhieb zu beeindrucken. Man kann sich vorstellen, wie die Felsenstadt damals durch diesen schmalen Zugang gut gesichert werden konnte und die Handelskarawanen passierten. Genauso zeugen die Rundungen und Aushöhlungen von den Überflutungen, die in den Wintermonaten über die Wüste hereinbrechen und einen reißenden Fluss bilden. Bereits in der Schlucht sieht man kleinere grabähnliche Skulpturen und Inschriften, die in den Felsen eingehauen wurden. Auch das ausgeklügelte Bewässerungssystem aus Rinnen, die ebenso in den Wüstenfelsen gehauen wurden, zeugt von den architektonischen Meisterleistungen der Nabatäer.
Völlig unvermittelt taucht sie am Ende des Siqs auf und zeigt leuchtend ihre ganze Schönheit: Die weltberühmte Schatzkammer Khazne al-Firaun. Das Gebäude, an das jeder sofort denkt, wenn er Petra hört.

Siq (Schlucht), Petra

Schatzhaus Khazne al-Firaun

Das fast 40 Meter hohe und 25 Meter breite Schatzhaus ist in Wirklichkeit wahrscheinlich das Grab eines Nabatäerkönigs. Den Namen „Schatzkammer“ erhielt das beeindruckende Gebäude, das aus einem Guss aus dem Felsen gehaut wurde, erst später von Beduinen. Diese vermuteten auf der Urne der Spitze große Schätze. Flintenschüsse auf dieser Urne zeugen von Versuchen, den vermeintlichen Behälter aufzubrechen.
Das Mausoleum wurde vermutlich in der Blütezeit Petras im 1. Jahrhundert v.Chr. erbaut. So imposant das Äußere des vermeintlichen Schatzhauses ist, so unspektakulär ist es innen. Komplett leere, schmucklose, rechteckige Grabkammern, die nicht weit in den Fels reichen, zeugen entweder von frühen Plünderungen oder einer schmucklosen Bestattung. Keinerlei Bemalungen, Mosaike oder eingehauene Inschriften lassen noch darauf schließen, wie es hier ausgesehen haben könnte. Der Zugang zu den Innenkammern ist ohnehin schon seit Jahren für Touristen gesperrt.

Siq, Blick auf Schatzkammer Petra Schatzkammer Khazne al Firaun Petra Schatzkammer Khazne al Firaun

Das Römische Theater

Kurz nach Khazne al-Firaun erhebt sich das Theater, an dem der Zahn der Zeit sichtlich genagt hat. Erst 1961 wurde es von Archäologen wieder ausgegraben, nachdem es wohl von einem Erdbeben zerstört wurde. Ein ausgeklügeltes Abwassersystem sorgte hier dafür, dass es bei starken Regenfällen nicht überflutet wurde.

Petra Aussicht aufs Theater

Königsgräber an der Westwand

Auf einer leichten Anhöhe reihen sich 13 gigantische Grabtempel aneinander. Die meisten von diesen darf man betreten. Im Inneren sind diese zwar ebenso unspektakulär wie die meisten anderen Gebäude, jedoch leuchten die verschiedenen Gesteinsschichten wunderschön im Sonnenlicht des späten Nachmittags. Wir empfehlen deshalb, diese auf dem Rückweg zum Siq anzusehen, da am späten Nachmittag das Licht besonders schön auf und in diese Gräber fällt.

Königsgräber in Petra Petra Jordanien

Felsentempel und Kloster Ad Deir

Das neben Khazne al-Firaun wohl beeindruckendste Werk der Nabatäer befindet sich am äußersten Ende der Felsenstadt Petra. Ein Kloster ist es deshalb, weil sich Mönche im Mittelalter darin niederließen. Es ist 39 Meter hoch und 47 Meter breit und damit außerordentlich beeindruckend. Das Betreten des Innenraumes ist untersagt. Von außen kann man kaum etwas vom Inneren erkennen.

Kloster Ad Deir, Petra

Neben diesen bekannten Bauwerken gibt es noch zahlreiche weitere, kleinere Bauwerke, die in die Felsen gehauen wurden. Diese findet man auf den abseits gelegenen Pfaden, die man unbedingt besuchen sollte.

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FAQs zu Petra in Jordanien

Wie verläuft die Anreise nach Petra, welche Stadt liegt am nächsten?

Wadi Musa – die Touristenstadt bei Petra ist das Ausgangszentrum für jede Petra-Expedition.
Von Akaba aus fährt man 125 km (~ 2h), von den Hotelanlagen des Toten Meeres 200 km (3h) und von Amman aus ebenso etwa 233 km (3h). Wadi Musa ist eine einzige Touristenstadt mit zahlriechen Restaurants, Hotels und kleineren Airbnb Apartments.
Regelmäßige Busverbindungen führen von den oben genannten Orten nach Wadi Musa. Der nächstgelegene Flughafen ist Amman.

Wie viel kostet der Eintritt?

Der Eintritt kostet für 1 Tag = 50 JD (~ 64€), 2 Tage = 55 JD, 3 Tage = 60 JD. Tagesbesucher in Jordanien (beispielsweise von Kreuzfahrtschiffen) zahlen 90 JD. Wir empfehlen euch – sofern ihr auch nur eine andere Sehenswürdigkeit Jordaniens ansehen wollt neben Petra – unbedingt, den Jordan Pass zu kaufen, da sich der Preis fast schon alleine für Petra lohnt. Bucht die Explorer oder Expert Version, da ihr Petra nicht auf einen Tag schaffen werdet. Neben über 40 anderen kostenfreien Eintritten in Jordanien erhaltet ihr auch ein einfaches Touristenvisum.

Wann sind die Öffnungszeiten?
  • 6:00 – 16:00 Uhr Winterzeit
  • 6:00 – 18:00 Uhr Sommerzeit
Wo kann man am besten parken?

Direkt vor dem Visitor Center sind zahlreiche kostenlose Parkplätze. Am ersten Tag kamen wir um 10.00 Uhr an, am zweiten Tag um 7.00 Uhr und es war nie ein Problem, einen Parkplatz zu finden.

Wann und von wem wurde Petra gebaut?

Die frühen Anfänge Petras gehen auf das 6. Jhv.Chr. zurück. Seine Blütezeit erlebte die Stadt im 1. Jahrhundert vor Christus.

Wann ist die beste Reisezeit für Petra in Jordanien?

Bei Temperaturen von 20-25 Grad und einem angenehmen Lüftchen sind September-November und März-Mai die besten Reisezeiten. Hier fällt de facto kein Niederschlag. Wir waren Ende März und konnten in der Gegend um Amman und sogar in Wadi Rum blühende Felder, Blumen und Sträucher sehen – ein äußerst seltener Anblick. Wir würden deshalb den März als schönsten Reisemonat für ganz Jordanien bezeichnen.

Die Sommermonate Juni-August sind extrem heiß, bis zu 40°C. Die Sonne brennt unerbitterlich nach unten. Schatten gibt es nur in der Schlucht. Wen das nicht stört, der kann sich Petra sicherlich auch im Sommer mit deutlich weniger Touristen ansehen.

Zu welcher Tageszeit ist Petra am schönsten?

Wer Petra zumindest halbwegs in Ruhe genießen möchte:

Grundsätzlich so früh wie möglich, spätestens 7.00 Uhr am Visitor Centre. Bestenfalls direkt um 6:00 Uhr zur Öffnung. Um 8.00 Uhr kommt der große Ansturm und die Kreuzfahrtschiffe, sofern eines in Akaba anlegt. Besonders der enge Siq ist dann völlig überfüllt.

Wer die beste Tageszeit für Fotos der Sehenswürdigkeiten in Petra sucht:

  • Schatzhaus (Khazne al-Firaun) (zu Beginn der Tour nach der Schlucht): nur zwischen 8:30 – 9:30 scheint hier die Sonne direkt drauf, sieht am beeindruckendsten aus; auch der späte Nachmittag hat seinen Reiz, da die gegenüberliegende Felswand angeschienen wird, was die Schatzkammer leicht rosa leuchten lässt.
  • Königsgräber (Silk Tomb, Urn Tomb, Corinthian tomb) : später Nachmittag, bietet sich auf dem Rückweg an
  • Kloster (Ad Deir): Nachmittag 13:00 bis 16:00 Uhr

Uhrzeiten beziehen sich auf Ende März

Es gibt Tourenanbieter vorm Visitor Center, die euch ganz ans Ende zum Kloster fahren, um dort die Tour zu starten. Aus besuchertechnischer Sicht ist das sinnvoll, da man so gegen den Strom schwimmt. Zum Fotografieren definitiv nicht.

Wie viele Tage benötigt man für Petra, um alles zu sehen?

Um die zwei wichtigsten Wanderrouten und den Hauptweg zu gehen,benötigt man mindestens 2 Tage. Wer es gemütlicher angehen lässt, kann sicher auch 3 schöne Tage dort verbringen.

Wo kauft man am besten Getränke / Essen?

Im Supermarkt in Wadi Musa gibt es günstige Getränke und Fladenbrot als Reiseproviant.
In Petra am ehemaligen Stadtplatz gibt es zwei Buffet-Restaurants (ca. 13€/Nase), die allerdings nicht sonderlich empfehlenswert sind. Ebenso gibt es auf dem Weg zahlreiche kleinere Beduinenstände mit Getränken und Snacks zu vernünftigen Preisen. Man muss also nicht literweise Wasser mit sich schleppen.

Welche Wanderroute ist die beste?

Grundsätzlich empfehlen wir, beide großen Routen zu gehen, um alles zu sehen.

Hauptroute: Visitor Centre – Siq (Schlucht) – Schatzkammer – Theater – Tempel – Ad Deir (1 ganzer Tag: hin und zurück 20 km, bis zum Tempel flach, von Tempel bis Ad Deir viele Höhenmeter, durchaus anstrengend)
Diese Hauptroute ist gespickt mit kleinen Souvenirshops und Getränkeshops und führt einmal quer durch ganz Petra durch. Der Strom an Touristenmassen geht hier. Wer nur einen Tag hat, sollte trotzdem diese Route gehen, da man nur so zum Ad Deir kommt.

Weit weniger bekannt ist die Nebenroute, auf der deutlich weniger Besucher wandern: Visitor Centre – Siq – Schatzkammer – bei den WCs kurz vorm Theater nach links oben abbiegen
Es erwartet euch eine tolle Landschaft, viele Treppen, kleinere in Fels gehauene Grabkammern und wunderschöne Felslandschaften und Ausblicke. (1 Tagesmarsch, hin und zurück: 17 km, ab dem Theater ist der Weg relativ anstrengend, da es viel bergauf/bergab geht.)

Wo bucht man am besten einen Guide?

GetYourGuide bietet von einigen Touristenstädten aus 1- oder 2-tägige Touren nach Petra an, die mit deutsch- oder englischsprachigem Guide gebucht werden können. Wir haben mit diesem deutschen Anbieter nur gute Erfahrungen gemacht. Nicht abschrecken lassen sollte man sich von den relativ hohen Preisen. Schließlich kostet das Eintrittsticket schon 60€.

Wo ist der beste Aussichtspunkt / Foto-Hotspot für Petra?

An der Schatzkammer links rauf bzw. rechts rauf, ist beides möglich. Links rauf ist es höher und schöner. Der Aufstieg dauert etwa 15 Minuten. Festes Schuhwerk ist Pflicht. Beduinen verlangen ein paar Euro, um euch bei dem Aufstieg zu begleiten. Sie behaupten, man dürfe alleine nicht rauf. Frauen und Älteren wird bei schwierigeren Pasagen geholfen.

Sind die Wege gut ausgebaut / behindertengerecht?

Zum Gehen sind die Wege problemlos passierbar, ansonsten sind sie relativ holprig. Vom Visitor Centre bis zu den Restaurants am Hauptplatz ist es vielleicht mit dem Rollstuhl möglich, die restlichen Wege auf keinen Fall.
Man kann sich Pferde, Kamele oder Esel mieten mit einem Beduinen-Guide. Vom Visitor Center bis zur Khazne al-Firaun kann man mit Kutschen reiten. Danach geht es meist nur noch mit Eseln oder Kamelen weiter.

Lohnt sich die Lichtshow bei Nacht (Petra at Night)?

Nein. Wer mit geschätzt 1.000 anderen Touristen gleichzeitig vom Besucherzentrum aus zum Siq und zur Schatzkammer aufbrechen möchte, von bescheuerten Asiaten mit Stirnlampen jegliche Atmosphäre zerstört bekommen möchte, nur um dann eine unfassbar billige Lasershow mit grellen Farben auf dem völlig überfüllten Platz vor dem Schatzhaus zu sehen, die diesem nicht ansatzweise würdig ist, kann ruhig die 20€ dafür beim Fenster rauswerfen. Die 200 KB Speicherplatz auf dem Webserver für ein Foto der Lichtshow sind es mir nicht wert…

Welche Kleidung benötigt man für Petra?

Festes Schuhwerk (ja, wirklich…) ist ebenso Pflicht wie sommerliche, luftige Bekleidung. Eine Kopfbedeckung schadet sicher auch nicht. Ein kleiner Tagesrucksack mit wenig Grundausrüstung und 0,5l Wasser sind ausreichend, da man sich vor Ort relativ günstig mit Getränken versorgen kann.

Wo kauft man am besten Souvenirs?

Vor Ort gibt es natürlich zahlreiche Souvenirshops mit Kaffeekannen, gebogenen Dolchen und vielen weiteren Mitbringeln.
Am besten kauft man sie aber nicht in Petra, da sie zu teuer sind und man sie folglich rumschleppen muss. In Amman sind Souvenirs am günstigsten.

Wo übernachtet man in Wadi Musa am besten?

Natürlich gibt es in Wadi Musa zahlreiche Hotels verschiedener Klassen und die üblichen Airbnb Apartments. Die vermutlich coolste und authentischste Übernachtungsmöglichkeit sind aber ohne Zweifel Beduinencamps. Hier wird noch authentisch gekocht, beispielsweise im Erdofen. Je nach Buchungsklasse muss man auch nicht auf Annehmlichkeiten wie Warmwasser oder WLAN verzichten.

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