Varadero

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Cayo Levisa

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All-inclsusive…zwei Wörter, an denen sich die Geister scheiden.

Für die einen könnte dem Himmel nichts näher sein, als der perfekte all-inclusive Urlaub. Einfach mal abschalten, sich um nichts kümmern, den Stress des Alltags vergessen, die Seele baumeln lassen, gutes Essen, kühle Drinks.

Für die anderen könnte man der Hölle nicht näher sein, als in einer überlaufenen, sterilen Hotelbunkeranlage voller Pauschaltouristen. Adiletten mit Socken so weit das Auge reicht. Nichts könnte der Authentizität eines Landes ferner sein.

Selbstredend finden sich auch auf Kuba mit seinem blühenden, boomenden Tourismus zahlreiche all-inclusive Anlagen. An dieser Stelle sollen zwei sehr prominente Vertreter dieser Gattung unter die Lupe genommen werden, welche nicht unterschiedlicher sein könnten und welche für die gegensätzlichsten Arten von Touristen bestens geeignet sind.

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Varadero

Cayo Levisa

Cayo Levisa – ein Paradies für Individualtouristen

Cayo Levisa…Wohl kaum ein Ort auf Kuba kommt den über stilisierten Vorstellungen des karibischen Traums näher.

Cayo Levisa ist eine kleine Insel ca. 3 km vor der Nordküste Kubas etwa 130 km westlich von Havanna gelegen und bietet alles, was man sich von der Karibik erwünscht. Ein traumhafter, weißer Sandstrand, begrenzt von malerisch schönen Kiefern- und Mangrovenwäldern, vor dem sich so weit das Auge reicht strahlend blaues Meer gen Horizont erstreckt. Schöner kann Kuba nicht mehr werden.

Überfahrt nach Cayo Levisa

Doch was nützt einem der atemberaubendste Strand, wenn man ihn mit Massen von Touristen teilen muss, Liege an Liege gepfercht wie Ölsardinen in einer Büchse. Und genau hier zeigt Cayo Levisa seine einzigartige Stärke, denn hier wird ein Karibikparadies geboten, welches man so gut wie nur für sich alleine genießen kann und mit fast niemanden teilen muss.

Auf der Insel gibt es ein Hotel. Das wars. Sonst nichts. Nada. Niente. Nur ein einziges Hotel und sonst nur Natur pur. Die Insel ist von einem kleinen Anleger aus mit einer Fähre zu erreichen, welche nur zweimal täglich zwischen Festland und Insel verkehrt, einmal morgens und einmal abends. Man erhält vom Festland aus nur dann Zutritt auf die Fähre, wenn man auch tatsächlich ein Zimmer in dem Hotel gebucht hat. Die Maximalzahl von Menschen, die sich gleichzeitig auf Cayo Levisa befinden können, ist somit äußerst begrenzt.

Und welch ein Traum dieses Hotel doch ist! Schöner kann ein Hotel nicht sein. Verabschiedet euch von den Vorstellungen eines schnöden oder sterilen Betonbunkers, welcher das komplette Bild der Insel besudelt. Das Hotel Cayo Levisa Pinar del Río besteht aus knapp über 50 kleinen aber feinen Holzbungalows, welche sich großzügig über die gesamte Insel verteilen und geradezu perfekt in das Naturschauspiel dieser Insel integrieren.

Nahe der Bootsanlegestelle liegt ein großräumiger Eingangs- und Rezeptionsbereich unter gigantischen Palmdächern. Das überaus freundliche Personal begrüßt hier jeden ankommenden Besucher mit einem frisch gepressten Saft, der erfrischender nicht sein könnte. Von hier aus gelangt man zu den einzelnen Bungalows über einen schier endlosen Holzsteg.

Die einzelnen Bungalows befinden sind in äußerst großzügigen Abständen zueinander und sind allesamt direkt vor dem strahlend weißen Strand gelegen. So kommt auf jeden Bungalow ein breiter Abschnitt des Sandstrands, so dass sich die Bewohner der Bungalows geräumig über die ganze Insel verteilen. Die nächsten Liegenachbarn am Strand befinden sich daher stets in angenehmen Abstand zueinander, so dass man seinen eigenen kleinen Privatabschnitt Sandstrand mit gebührender Privatsphäre und angenehmer Abgeschiedenheit genießen kann.

Wenn man möchte, kann man den Kontakt zu anderen Menschen hier also so gut wie nur irgend möglich vermeiden. Doch wäre das nicht einmal nötig, denn das Klientel, welches auf dieser Insel verkehrt, könnte weltaufgeschlossener nicht sein. Englische Jungunternehmer, die über Weltpolitik disputieren, deutsche Studenten, die über den Sinn des Lebens philosophieren, südamerikanische Backpacker, die vom Feuer ihre Heimat schwärmen. Cayo Levisa ist die perfekte Anlaufstelle für Individualtouristen, Abenteurer und Tauchenthusiasten.

Pauschaltouristen sucht man hier vergebens, ebenso wie Animationsprogramme, Discotheken oder Unterhaltungsangebote. All das gibt es hier nicht. All das braucht man hier nicht. Die unvergleichliche Natur, die mit ihrer einzigartigen Schönheit die Seele berührt. Nur das Rauschen des Meeres eingebettet in einen Ozean der Stille. Ein milde Brise unter schattenspendenden Palmen, welche die Schatten, die unsere Gemüter betrüben, hinweg weht.

Cayo Levisa ist der perfekte Ort für all diejenigen, die das traditionelle Kuba erleben möchten, und sich dennoch zumindest für einen kurzen aber unvergesslichen Augenblick dem Traum eines karibischen Paradieses hingeben möchten. Schöner kann all-inclusive nicht sein.

Varadero – ein Paradies für Pauschaltouristen

Man kann so Urlaub machen und man kann so Urlaub machen. Und wo sich auf der einen Seite Cayo Levisa als ein Paradies für Individualtouristen entpuppt, steht auf der anderen Seite Varadero als der Inbegriff für Pauschaltoursten.

Varadero ist die einzige Stadt auf der 20km langen und 1km breiten Halbinsel Hicacos, welche ca. 150km östlich von Havanna liegt. Auf dieser Halbinsel leben ca. 7.000 Einwohner und es reiht sich ein Hotel an das nächste mit einer Gesamtzahl an Hotelbetten von rund 20.000. Varadero verfügt über seinen eigenen Flughafen, welcher nach dem Flughafen von Havanna den zweitwichtigsten Flughafen Kubas darstellt.

Bereits in den 1960er Jahren setzt in Varadereo ein erster Boom des Massentourismus ein. In den 1960er bis 1980er Jahren entwickelte sich Varadero zu einem Kunst- und Kulturzentrum, in dessen zentralen Park „8000 Taquillas“ zahlreiche Konzerte und Festivals abgehalten wurden. Doch ab den 1990er Jahren wurde die kulturelle Szene Varaderos zu Gunsten des All-inclusive-Tourismus geopfert. Kunst und Kultur sind Golfplätzen und Animationsprogrammen gewichen. Im Zuge einer Bauoffensive wurden in den 1990er Jahren zahlreiche 4-Sterne und 5-Sterne Hotels errichtet, so dass sich Varadero zu einem der meistbesuchten Orte Kubas entwickelt hat.

Nachdem Varadero sein Herz und seine kulturelle Seele gegen den Massentourismus eingetauscht hat, ist dies heutzutage wohl einer der Orte, welcher dem traditionellen, ursprünglichen Kuba nicht ferner sein könnte. So ist Varadero heute überlaufen von Pauschaltouristen, welche unbedingt einmal nach Kuba reisen und den typisch karibischen Flair erleben wollen, jedoch zwei Wochen nicht aus ihrer Hotelanlage herauskommen und vom traditionellen, authentischen Kuba ungefähr so viel mitbekommen, wie ein Skiurlauber vom Winterparadies, wenn er eine Woche lang seine Après Ski Hütte nicht verlässt.

Für all diejenigen, welche den weißen Sandstrand der Karibik ausgiebigst auskosten und dabei exquisite Küche, süffige Cocktails genießen, sich jedoch möglichst wenig bewegen wollen, für die ist Varadero sicherlich die beste Wahl. Wenn für jemanden das anstrengendste im Urlaub der Weg vom Frühstücksbuffet zur Morgentoilette sein soll oder der barbarische Kampf mit dem zweiten Nachtisch, der nach fünf Tellern vom Hauptspeisebuffet noch seinen Weg in den strapazierten auf Hochtouren arbeitenden Magen finden soll, dann wird er/sie an Varadero die größte Freude haben.

Varadero Strand

Doch all diejenigen, welchen bei dieser Vorstellung ein eiskalter Schauer den Rücken hinunter läuft, sollten einen großen Bogen um diesen Ort machen. Denn hier findet man ihn, den typischen deutschen tüchtigen Spießbürger, der einmal im Jahr für zwei Wochen seinen längst überfälligen Sommerurlaub in Adiletten und Turnsocken antritt, den er sich nach einem Jahr malochen, schuften und schaffen auch redlich verdient hat. Und hier ist er neben all seinen internationalen Pendants unter seinesgleichen. Nicht nur erfüllen die noblen Geste hier teilweise sämtliche schlechten Klischees, sie schießen dabei oftmals gar so weit über das Ziel hinaus, dass sich die schlechten Klischees beim Anblick dieser Vorzeigeexemplare des Tourismus sogar selbst schon fremdschämen müssen und sich voller Vorwürfe fragen, was sie da nur angerichtet haben.

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Résumé

Auch wenn die obige Gegenüberstellung durchaus ironisch zugespitzt sein mag, so schmälert dies nichts an der Quintessenz, welche an dieser Stelle vermittelt werden soll.

Varadero ist perfekt für einen Pauschalurlaub, wenn man zwei Wochen am Strand liegen und sich um nichts kümmern möchte. Auch Varadero wartet mit einem wunderschönen weißen Sandstrand auf, in den Hotels wird wirklich herausragende Küche serviert, das Personal ist überaus freundlich und um seine Gäste mehr als bemüht.
Doch Individualtouristen und Backpackern sei aus eigener Erfahrung ans Herz gelegt, Varadero aus dem Urlaubsplan zu streichen und sich stattdessen auf Cayo Levisa zu konzentrieren. Mit seiner Abgeschiedenheit bietet die Insel den perfekten Ort, um sich eine wohlverdiente Auszeit von den Strapazen und Anstrengungen einer Kubareise auf eigene Faust zu gönnen.

Zudem ist Cayo Levisa nur 50km vom Viñales Tal gelegen, eine weiteren absoluten Top Destination, welche auf keiner Kuba Reise fehlen darf. Somit bietet es sich geradezu perfekt an, diese beiden Locations miteinander zu verbinden.

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